Gründung und Entwicklung des Vereins
Durch ein erstes Projekt der Initiative „Aktion Friedensdorf – Kinder in Not e. V. Mönchengladbach“ in Kolumbien entstand 1977 die Verbindung in dieses südamerikanische Land. Unsere daraus folgenden verschiedenen Kolumbien-Reisen während der 80er Jahre ermöglichten uns Einblicke in die politische Situation des Landes: starke soziale Spannungen und große Gewaltentwicklung durch Guerilla-Bewegungen und Paramilitärs; Kolumbien hatte damals eine der höchsten Mordraten weltweit. Die Kirche Kolumbiens – überwiegend stark konservativ geprägt – stand zum Großteil an der Seite der Machthaber. CINEP jedoch, das Volksbildungs- und Forschungswerk der Jesuiten, nahm Partei für die Armen und Bedrängten.
Das Projekt der Partnerschaft des Bistums Aachen mit Kolumbien zur Förderung der Priesterausbildung sah der hierfür bischöflich beauftragte Prälat als seine Berufung zur ausschließlichen Kontaktpflege mit den – mehrheitlich konservativen – Bischöfen Kolumbiens an. Gespräche mit Bischof Klaus Hemmerle führten zu dessen Zusage, auf Änderung dieser eindeutig fragwürdigen Praxis zu drängen. Zu unserer Enttäuschung mussten wir jedoch erleben, dass der Bischof sich gegenüber seinem beauftragten Prälaten nicht durchzusetzen vermochte. Aus dieser Enttäuschung erwuchs unser Entschluss, durch die Gründung des Vereins – trotz großer Widerstände aus dem Bistum – zu versuchen, das in unseren Kräften stehende zur Stärkung der Menschenrechtsarbeit in Kolumbien beizutragen.
Am15. September 1988 wurde der Verein action pro colombia e. V. in Aachen mit 15 Mitgliedern gegründet.
Bis Ende 2007 lief so die Förderung der Priesterausbildung durch das Bistum und die Förderung der Menschenrechtsarbeit durch action pro colombia parallel. Das Bistum unterstützt unsere Projektarbeit durch eine jährliche Zuwendung. Ende 2007 zog sich der verantwortliche Prälat für die Partnerschaft des Bistums mit Kolumbien aus Altersgründen zurück. Seit-dem fördert das Bistum auch selbst die Menschenrechtsarbeit in Kolumbien. Hierdurch entwickelte sich eine fruchtbare Zusammenarbeit zwischen uns, anderen Kolumbieninitiativen und dem Bistum innerhalb des bischöflichen Kolumbiennetzwerks.
Die Mitglieder des Vereins sind von unserer Arbeit überzeugt und bleiben uns daher stets treu. Aber sie – und selbstverständlich auch die Vorstandsmitglieder - werden unaufhaltsam älter. Neue Mitglieder zu gewinnen ist nicht einfach, denn Kolumbien ist weit weg und die dortige Menschenrechtslage sehr komplex. So entstand Im Jahr 2022 die Idee, Rückkehrerinnen und Rückkehrer aus Einsätzen in der Entwicklungszusammenarbeit in Kolumbien einzuladen, Mitglied zu werden und sich im Verein zu engagieren. Auf diese Weise sind neue Mitglieder hinzugekommen - auch solche, die außerhalb des Bistums Aachen leben. Zudem ist der Vorstand deutlich verjüngt und belebt: die jahrelange Erfahrung der Kolumbienrückkehrer*innen ist eine große Bereicherung für Vorstand und Vereinsleben. Die weiterbestehenden Kontakte der ehemaligen Fachkräfte tief in die Regionen Kolumbiens hinein eröffnen neue Unterstützungs- und Fördermöglichkeiten für den Verein. Erstrebenswert bleibt weiterhin, auch aus Kolumbien stammende Menschen über eine Vereinsmitgliedschaft an action pro colombia zu binden. Diesbezüglich und hinsichtlich der sich wandelnden Herausforderungen Kolumbiens bleibt weiterhin Einiges für uns zu tun.